Villa Manin
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DIE GESCHICHTE DER VILLA MANIN
 
Das herrschaftliche Anwesen der Villa Manin in Passariano, einem Ortsteil der Gemeinde Codroipo bei Udine, ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler Friauls und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten bzw. Kulturstätten dieser Gegend.
Ludovico I., aus dem venezianischen Adelsgeschlecht Manin, liess die Villa im 17. Jh. erbauen. Sie bezeugt die Macht und den Reichtum der Familie Manin, die das prunkhafte Gebäude als Sommerlandsitz nutzte.
Das Anwesen besteht aus einem zentralen Baukörper, in dem der Wohnbereich lag, und einigen rechtwinklig angeordneten Nebengebäuden, die als Wirtschaftsräume und für landwirtschaftliche Tätigkeiten genutzt wurden. Im westlichen Seitenflügel befanden sich Getreidelager und Weinkeller, während in den Gebäuden gegenüber die Pferdestallungen untergebracht waren. Heute befindet sich dort das Kutschenmuseum.
Durch seine architektonische Ausgewogenheit fügt sich die Villa Manin harmonisch in die ländliche Umgebung ein.
Villa Manin
 
Villa Manin Sala interna

Die Geschichte der imposanten Villa ist eng verknüpft mit historischen und politischen Ereignissen, die diese Gegend geprägt haben. So zum Beispiel gegen Ende des 18. Jh., zur Zeit von Ludovico Manin (1789-1798), dem letzten Dogen von Venedig, als die Villa Hauptquartier der französischen Truppen unter Napoleon Bonapartes Kommando wurde. 1797 residierte Napoleon standesgemäss mit seinen Soldaten während des italienischen Feldzugs in der Villa. Er machte den prunkhaften Adelssitz zu seiner Kommandozentrale: von hier aus entwickelte er eine politische Neuordnung für ganz Europa.

In den Sälen des Dogenpalastes fanden wichtige Verhandlungen statt, die zum “Frieden von Campoformido” führten, mit dem am 17. Oktober 1797 das Ende der Republik Venedig zugunsten der Habsburger Monarchie besiegelt wurde.
Dadurch verlor auch die Familie Manin ihre Machtstellung. Im 19. Jh. führte dies zum Verfall des ländlichen Adelssitzes, da die finanzielle Lage der Manins sich verschlechtert hatte. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. gelangte die Villa zuerst in den Besitz einer öffentlichen Einrichtung (Ente per le Ville venete) und wurde dann 1969 von der Autonomen Region Friaul Julisch Venetien erworben, die heute noch Eigentümer ist.

 
Villa Manin con le esedre
 
Villa Manin

Eine herrliche Eingangshalle heisst den Besucher in der Villa willkommen und gibt den Blick frei auf ein künstlerisches Meisterwerk: einen Saal mit üppigen Freskenmalereien von Louis Dorigny (1654-1742), einem der angesehensten Künstler seiner Zeit. Sehenswert ist vor allem der Triumph des Frühlings an der Deckenmitte, der umgeben ist von monochromen Szenen aus der Mythologie.

Der Festsaal in der Mitte des Hauptgebäudes bildete den passenden Rahmen zu bedeutenden historischen Anlässen und Begegnungen. Die Stukko-Verzierungen gehen auf das 18. Jh. zurück, die imposanten, kunstvoll gefertigten Leuchter, die das ganze Erdgeschoss erhellen, sind aus Murano-Glas.

Ein Besuch in der Villa Manin gibt auch die Möglichkeit, einige permanente Ausstellungen zu besichtigen, wie zum Beispiel das Kutschenmuseum und die Waffensammlung. In der Waffensammlung, die dem Städtischen Museum Udine gehört, sind unzählige Waffen und Rüstungen aus aller Herren Länder zu bewundern.

 

Das Innere der Kapelle, die dem Hl. Apostel Andreas geweiht ist, stammt von Domenico Rossi (1657-1737), der durch den geschickten Einsatz von Stukko-Dekorationen und Skulpturen eine prächtige, reich verzierte Glaubensstätte schuf.

Die Dekorationen der Kapelle sind barocken Ursprungs. Zu sehen sind Skulpturen von Giuseppe Torretti, die zwischen 1719 und 1723 angefertigt wurden. In der imposanten Sakristei finden wir zwei bedeutende Gemälde (Tempera auf Holz) von Francesco Fontebasso, die aus der ersten Hälfte des 18. Jh. stammen.

Villa Manin la cappella
 
Villa Manin il parco

Die Villa Manin liegt eingebettet in einen 18 ha grossen, mit alten Bäumen bestandenen Park, der von einer Mauer umgeben ist. Der Park gehörte von Anfang an zum Anwesen.

Die Anlegung des Parks, die anhand einer Reihe von Kunstdrucken nachvollzogen werden kann, erfolgte nach den Vorgaben der barocken Landschaftsgestaltung. Rückgriffe auf französische Elemente, die in ganz Europa Verbreitung fanden, sind gut sichtbar.

Ein Besuch im Park ist absolut zu empfehlen. Eindrucksvolle, landschaftliche Schönheiten ziehen den Besucher bei einem Spaziergang entlang der Mimosen- oder Magnolienallee in den Bann. überall im Park stösst man auf Skulpturen und kunstvolle Denkmäler.

Auf grünen Hügeln stehen Statuen, die symbolhaft die Tugenden darstellen, darunter auch ein imposanter Pegasus.

 
Der bekannte italienische Schriftsteller Carlo Goldoni bezeichnete die Villa Manin mit ihrem herrlichen Park als “Ort, der eines Königs würdig ist”. Und dieser Zauber ist bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben.